Hast du schon einmal von den 3 Gunas gehört?
- marcus wendt

- 8. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Juli
Wenn du dich oft zwischen Antrieb und Erschöpfung fühlst, hilft dir das Wissen über die drei Gunas, dein inneres Gleichgewicht zu verstehen und bewusst zu stärken.

Die 3 Gunas erklärt: Wie du Sattva, Rajas und Tamas in dir erkennst und ausbalancierst
Kennst du das Gefühl, innerlich hin- und hergerissen zu sein? Manchmal bist du voller Antrieb, dann wieder vollkommen antriebslos – und manchmal in einem friedlichen Zustand völliger Klarheit. Diese wechselnden inneren Qualitäten lassen sich nicht nur psychologisch erklären – auch in der Yoga-Philosophie gibt es ein tiefes Modell dafür: die drei Gunas.
Die Lehre der Gunas stammt aus der indischen Philosophie und beschreibt die drei Grundkräfte, die in allem wirken – in der Natur, in deinem Geist, deinen Emotionen, Handlungen und Entscheidungen.
Was sind die drei Gunas?
Das Wort „Guna“ bedeutet im Sanskrit „Eigenschaft“ oder „Qualität“. Die drei Gunas sind:
Sattva – Klarheit, Harmonie, Bewusstsein
Rajas – Aktivität, Bewegung, Leidenschaft
Tamas – Trägheit, Dunkelheit, Unwissenheit
Alle drei wirken gleichzeitig – doch in unterschiedlicher Intensität. Je nachdem, welches Guna dominiert, erlebst du die Welt (und dich selbst) ganz unterschiedlich.
Ziel der spirituellen Praxis ist es nicht, eines zu verurteilen, sondern bewusst wahrzunehmen, welches Guna gerade überwiegt – und das innere Gleichgewicht zu fördern, vor allem durch die Kultivierung von Sattva.
Sattva – die Kraft der Klarheit und Harmonie
Sattva ist das Guna des Lichts, der Reinheit, der Balance. Wenn Sattva in dir dominiert, bist du ruhig, präsent, verbunden. Du kannst klar denken, mitfühlen, weise handeln.

Typische Anzeichen von Sattva:
Du fühlst dich innerlich weit und ruhig.
Du reagierst gelassen statt impulsiv.
Du nimmst Dinge klar wahr – ohne sie zu überanalysieren.
Du fühlst Dankbarkeit, Liebe, Mitgefühl.
Sattvische Einflüsse im Alltag:
Frische, pflanzliche Nahrung
Sanfte Bewegung wie Yoga oder Qi Gong
Natur, Stille, Musik mit Herz
Inspirierende Bücher und Menschen
Achtsames Atmen, Meditation
Wie du Sattva stärken kannst:
Beginne und beende deinen Tag in Stille.
Wähle Nahrung, die frisch, leicht und lebendig ist.
Pfleg bewusst liebevolle Gedanken.
Reduziere Lärm und Reizüberflutung.
Kultiviere Dankbarkeit – z. B. mit einem kleinen Ritual.

Sattva ist die Basis für Klarheit, Freiheit und spirituelles Wachstum. Es öffnet den Zugang zu deiner inneren Wahrheit. Repräsentiert ein Gleichgewicht der Kräfte und fördert Weisheit, Mitgefühl und Selbstkontrolle.
Rajas – die Kraft der Bewegung und des Antriebs
Rajas ist das Guna der Aktivität, Leidenschaft, Energie – aber auch der Unruhe, Gier, Suche nach Vergnügen und Anhaftung. Ohne Rajas gäbe es keine Veränderung, keinen Fortschritt. Doch ein Übermaß führt zu innerer Unruhe, Getriebenheit und Ego-Fixierung.

Typische Anzeichen von Rajas:
Du fühlst dich getrieben, hast 1.000 Ideen – aber keine Ruhe.
Du willst „mehr“: mehr Erfolg, mehr Likes, mehr Anerkennung.
Dein Geist springt von einem Gedanken zum nächsten.
Du hast Angst, etwas zu verpassen oder zu verlieren.
Rajas ist nicht „schlecht“ – es ist notwendig für Motivation, Umsetzung und Aktivität. Doch wenn es überhand nimmt, wirst du schnell ausgebrannt, reizbar oder unzufrieden, selbst wenn du alles erreichst, was du dir vornimmst.
Rajas-Futter im Alltag:
Koffein, Zucker, sehr scharfes Essen
Dauerstress, Termindruck, Multitasking
Dauerhafte Smartphone-Nutzung, Social Media
Konkurrenzdenken, Ehrgeiz, ständiges Planen
Wie du Rajas ausgleichen kannst:
Nimm dir regelmäßig Pausen – ganz ohne Input.
Reduziere künstliche Stimulanzien (Kaffee, Medien).
Übe dich in Geduld: nicht alles muss sofort passieren.
Meditiere oder gehe langsam spazieren – ohne Ziel.
Sag bewusst Nein, wenn du spürst, dass etwas zu viel ist.

Rajas will dich in Bewegung bringen – das ist okay. Aber du kannst lernen, Bewegung mit Bewusstsein zu verbinden, statt dich davon steuern zu lassen. Im richtigen Maße genutzt, kann es zu positiven Ergebnissen führen. Wenn es aber außer Kontrolle gerät, kann es zu Unausgeglichenheit und Leid kommen.
Tamas – die Kraft der Schwere und Trägheit
Tamas ist das Guna der Dunkelheit, Schwere, Inaktivität, Ignoranz. Es ist notwendig für Ruhe, Regeneration und Schlaf – doch zu viel Tamas macht dich lustlos, passiv, desinteressiert.

Typische Anzeichen von Tamas:
Du fühlst dich matt, leer, antriebslos.
Du vermeidest Entscheidungen und Verantwortung.
Du fühlst dich wie in Watte – dumpf, schwer.
Du neigst zu Selbstzweifeln oder innerer Leere.
Tamas zeigt sich z. B. bei:
Schwerer, übermäßig verarbeiteter Nahrung
Übermäßiger Schlaf oder Bewegungsmangel
Ziellosem Konsum (endloses Scrollen, Junk-Food)
Mangel an Licht, Frischluft, Anregung
Dauerhafte Opferhaltung oder Selbstaufgabe
Wie du Tamas transformieren kannst:
Bewegung hilft am besten – auch wenn’s nur 10 Minuten sind.
Licht: Geh ans Tageslicht, öffne Fenster, zünde Kerzen an.
Erhöhe dein Energielevel bewusst durch Atemübungen.
Umgib dich mit Menschen, die dich inspirieren.
Beginne mit kleinen Schritten (“Babysteps” in Richtung Sattva)

Tamas ist nicht dein Feind – aber wenn es überwiegt, blockiert es dein Potenzial. Du darfst dich liebevoll herausführen. Es ist wichtig zu wissen, dass es in allen Menschen in unterschiedlichen Maße vorhanden ist. Das Ziel ist es ein Gleichgewicht der Gunas zu suchen, um ein erfülltes und ausgewogenes Leben zu führen.
Die Gunas im Alltag erkennen
Hier eine Übersicht, wie sich die drei Gunas in verschiedenen Lebensbereichen ausdrücken:
Bereich | Sattva | Rajas | Tamas |
Denken | Klar, ruhig, mitfühlend | Grübelnd, getrieben, unruhig | Dumpf, vernebelt, orientierungslos |
Fühlen | Liebevoll, ausgeglichen | Reizbar, überemotiona | Gleichgültig, leer |
Ernährung | Frisch, leicht, pflanzlich | Würzig, fettig, stimulantienreich | Alt, schwer, verarbeitet |
Handeln | Bewusst, liebevoll | Eilig, übermotiviert | Passiv, blockierend |
Medien | Inspirierend, beruhigend | Aufputschend, hektisch | Betäubend, stumpf |
Mini-Übung zur Selbstbeobachtung
Nimm dir heute 3–5 kleine Momente der Stille. Frage dich jeweils:
„Welches Guna wirkt gerade in mir – Sattva, Rajas oder Tamas?“
„Was könnte ich jetzt tun, um mein inneres Gleichgewicht zu stärken?“
Es geht nicht darum, etwas zu „eliminieren“ – sondern um Bewusstsein. Um liebevolles Hinsehen.

Fazit: Die Gunas als Kompass für dein Leben
Die Lehre der drei Gunas schenkt dir ein tiefes Verständnis dafür, was dich bewegt – oder blockiert. Wenn du lernst, diese Kräfte in dir zu erkennen, kannst du bewusster leben, mitfühlender handeln und mehr Klarheit, Balance und Freude kultivieren.

Sattva bringt Frieden.
Rajas bringt Bewegung.
Tamas bringt Pause.
Das Ziel ist nicht ein Zustand ohne Rajas oder Tamas – sondern eine bewusste, klare innere Haltung, die dich in deine Kraft bringt.
Dein nächster Schritt
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Wo erlebst du die drei Gunas gerade am stärksten?
Was tust du, um mehr Sattva in dein Leben zu bringen?
Wenn du tiefer eintauchen willst:
In unseren Kursen lernst du nicht nur über die Gunas – du spürst sie. Du wandelst sie. Du wächst an ihnen.
Du bist herzlich willkommen. 🧡
Lies auch gerne weiter über Ernährung und lass dich inspirieren welche einfachen, leckeren und leichten Rezepte dich mehr zum Sattva bringen können:
Herzliche Grüße,
Marcus & das TAO-Qi.life Team





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